Rechte für die Natur

"Rechte für die Natur" - das Konzept, der Natur Rechte zu geben, die stellvertretend von Menschen zur Bewahrung der Natur und ihrer Lebewesen eingeklagt werden können, ist derzeit allgemein noch wenig bekannt, obgleich es weltweit verbreitet ist.

"Rights for nature" - the concept of giving nature rights that people can assert on behalf of the preservation of nature and its living beings is currently still little known, although it is widespread worldwide.

Die Internetplattform openPetition hatte im Rahmen der Aktion "Deutschland stimmt ab" Raum für Petitionen geboten, die Themen zeigen sollten, die Menschen beschäftigen. Damit das Thema "Rechte für die Natur" bekannter wird, hatten wir zunächst eine thematisch naheliegende Initiative darauf aufmerksam gemacht. Trotz deren Zusage geschah nichts. Die Sache wurde delegiert, Nachfragen blieben zunächst unbeantwortet, und es endete mit einer zeitlich unbestimmten Vertagung. Schließlich hat niemand dieser Initiative die Petition für die Rechte der Natur unterzeichnet; so ernsthaft war das Interesse an der Bewahrung der Natur dann doch nicht.

Obwohl wir bereits zeitgleich zahlreiche weitere Projekte hatten, die der ehrenamtlichen Bearbeitung bedurften, ist es gelungen, an einem Nachmittag mit einem Zeitrahmen von nur wenigen Stunden, einen Petitionstext zum Thema "Rechte für die Natur ins Grundgesetz" zu verfassen. Insbesondere sei hier dem hilfsbereiten Biologen sehr gedankt, der sich freundlicherweise spontan die Zeit für eine der letzten Versionen des Textes genommen hat.

Hätten wir den Text umgehend selbst erstellt und nicht vergeblich fünf Tage auf die ausbleibende Leistung anderer gewartet, wäre genügend Zeit geblieben, um juristische Ansätze für die Umsetzung einzuarbeiten. Da das Ziel vor allem darin bestand, das Thema noch während dieser Aktion vorzustellen, haben wir den juristischen Bereich offen gelassen und uns auf eine einfache und leicht verständliche Darstellung der Bedeutung der Rechte für die Natur beschränkt.

Vorgegeben von openPetition waren zwei Kategorien, denen der Text zugeordnet werden sollte: "Die Darstellung der gewünschten Änderung" und eine "Begründung". Jeder Textteil unterlag einer Begrenzung von maximal 5.000 Zeichen.

Hier unser Text:

Als Ausdruck der Achtung vor dem Leben der Individuen sowie der Anerkennung der Bedeutung der Natur für sämtliche Lebensformen sollten "Rechte der Natur" ins Grundgesetz aufgenommen werden. Es sollte ein verbessertes einklagbares Recht zur Bewahrung der Unversehrtheit der Lebensräume geben.

Ohne die Natur gibt es kein Leben. Menschen haben die Natur irreversibel geschädigt. Giftige und naturschädigende Produkte sind auf der gesamten Erdoberfläche nachweisbar und befinden sich selbst in der Muttermilch.

Keine Generation wird mehr in dem Gefühl aufwachsen, sich bei der Einschätzung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Böden, Gewässern und Luft auf die eigene Wahrnehmung verlassen zu können.

Es gilt jetzt, nicht weiterhin durch Verzögerungstaktiken vermeidbares Leid zu verursachen, sondern die Verantwortung zu übernehmen, damit sich die Natur - zumindest teilweise - regenerieren kann. Dafür bedarf es einer besseren gesetzlichen Grundlage mit einem Klagerecht, das auf Rechten basiert, die der Natur zugesprochen werden.

Begründung

Ohne die Natur gibt es kein Leben. Die Zerstörung der Lebensgrundlagen sollte dringend aufgehalten werden. Menschen bezahlen für die Vernichtung der Natur mit ihrer eigenen Lebensqualität, ihrer Gesundheit und ihrem Leben.

Die Zunahme umweltbedingter Krankheiten und der Verlust von Lebensräumen schädigen Menschen, Tiere und Pflanzen. Jeden Atemzug verdanken Menschen den Pflanzen, aber sie behandeln die Pflanzen und Tiere, die ihnen das Leben ermöglichen, vielfach verächtlich und grausam und betrachten sie als rechtlos. Aus eigener Kraft aber wären Menschen nicht lebensfähig.

Die Achtung der Natur, die Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Pflanzen und Tiere als Individuen sowie der Schutz der Naturräume und Ökosysteme würde zur Verbesserung der Gesundheit beitragen, zur Verlängerung der Lebenszeit und einen einzigartigen Erfahrungsschatz und Erholungswert bieten.

Ein Identitätswandel könnte einsetzen, in dem Menschen nicht mehr überwiegend als Ausnutzende und Zerstörende auftreten, sondern als Schützende, Helfende und Teilhabende auf der Grundlage der Anerkennung von Rechten der Natur. Die Wertschätzung von Lebewesen als Individuen und die Erhaltung ihrer Lebensräume würde sich auch vorteilhaft auf das Verhalten innerhalb menschlicher Gesellschaften auswirken.

Ende des Petitionstextes

Hier der Link zum Kopieren zur Petition "Rechte für die Natur ins Grundgesetz", die inzwischen beendet ist:


https://www.openpetition.de/petition/online/rechte-fuer-die-natur-ins-grundgesetz-verbessertes-klagerecht-zur-bewahrung-der-natur

Vielen Dank allen Unterzeichnenden sowie allen, die in irgendeiner Form zur Verbreitung dieses wichtigen Themas beigetragen haben und dies weiterhin tun!


Here is the link to copy the petition "Rights for nature in the Basic Law" which has now ended:

https://www.openpetition.de/petition/online/rechte-fuer-die-natur-ins-grundgesetz-verbessertes-klagerecht-zur-bewahrung-der-natur

Thank you to everyone who has signed the petition and to everyone who has contributed in any way to spreading this important topic and continues to do so!


Am 24.02.2022 wurde die Petition dem Petitionsausschuss der Bundesregierung zugesendet (Petitions-ID E-131127).

Dazu ist eine Beschreibung des Ziels (kurzgefasst mit maximal 500 Zeichen) sowie eine Begründung (unter Verwendung von maximal 3.000 Zeichen) einzureichen.

Im Folgenden die Beschreibung des Ziels sowie deren Begründung:

Das Ziel

Wie bereits in anderen Ländern sollten "Rechte der Natur" ins Grundgesetz aufgenommen werden. Die Natur sollte als Rechtssubjekt gelten. Privatpersonen und Organisationen sollten stellvertretend für die Natur den Fortbestand natürlicher Lebensräume und die Unversehrtheit von Pflanzen und Tieren einklagen dürfen. Die Natur als die Grundlage allen Lebens bedarf ihrer unverzichtbaren Bedeutung gemäß im Grundgesetz verankerter und einklagbarer Schutz- und Existenzrechte.

Die Begründung

Die Natur ist irreversibel geschädigt. Umweltbedingte Erkrankungen und Todesfälle haben ein nie gekanntes Ausmaß erreicht. Giftige und naturschädigende Stoffe sind auf der gesamten Erdoberfläche nachweisbar und befinden sich in jedem menschlichen Körper. Dies zeigt, dass sich die gesetzlichen Grundlagen zum Schutz der Unversehrtheit der Natur und damit zur Abwehr umweltbedingter Schäden und Erkrankungen als unzureichend erwiesen haben.

Sind die Lebensgrundlagen zerstört, werden kulturelle Probleme irrelevant, denn ohne Natur - kein Leben. Es gibt nichts Wichtigeres als die Bewahrung der Natur, denn alle weiteren Interessen werden erst relevant, wenn die existentiellen Lebensbedürfnisse erfüllt sind, und sie sind damit de facto nachrangig.

Menschen sind aus eigener Kraft nicht lebensfähig; ihr Stoffwechsel braucht Sauerstoff und Nahrung. Mit den begrenzten Wahrnehmungsfähigkeiten und eingeschränkten kognitiven Kapazitäten sind Menschen nicht in der Lage, die Natur als Ganzes zu erfassen und zu verstehen. Sie behandeln die Natur wie ein rechtloses Objekt und verursachen damit unermessliches Leid und Schaden. Durch eine verbesserte Gesetzeslage, indem die Natur als ein Rechtssubjekt begriffen wird, ließe sich diese Entwicklung aufhalten.

Zum Wohle sämtlicher Lebensformen sollten Menschen nicht mehr als Zerstörende auftreten, sondern als Schützende, Helfende und Teilhabende. Dazu bedarf es einer rechtlichen Grundlage in Form der Gewährung von Rechten für die Natur - ihrer unverzichtbaren Bedeutung entsprechend - im Grundgesetz.

Es sollte Privatpersonen und Organisationen ermöglicht werden, das Recht auf Leben für die Natur und ihre Lebewesen einzuklagen gegenüber nachrangigen Interessen, die die Schädigung und Vernichtung von Naturräumen und Lebewesen beinhalten. Die Interessen der Natur sind erkennbar: Sie schafft Lebensräume und bringt Leben hervor, wo immer es möglich ist und stattet Lebewesen mit einem Selbsterhaltungstrieb aus, mit Schutzstrategien und Lernfähigkeit.

Damit sich die Natur zumindest teilweise regenerieren und weiterhin Lebensraum bieten kann, wird ein Klagerecht zugunsten der Natur benötigt.

Die Achtung der Natur als Rechtssubjekt, der einklagbare Schutz der Naturräume und Ökosysteme sowie die einklagbare Rücksichtnahme auf die Bedürfnisse der Pflanzen und Tiere ist ein wesentlicher Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit. Ein friedfertiger Umgang mit der Natur auf einer juristischen Grundlage würde auch die Bereitschaft zu friedlichem Handeln in den Innen- und Außenverhältnissen menschlicher Gesellschaften fördern.

Die hier eingereichte Petition beruht auf einer öffentlichen Petition publiziert bei "openPetition":

https://www.openpetition.de/petition/online/rechte-fuer-die-natur-ins-grundgesetz-verbessertes-klagerecht-zur-bewahrung-der-natur

Sämtliche Texte sowie der Verlauf der Einreichung der Petition werden auf der Homepage der "Dragon Society for Nature" dargestellt: Dragon-Society-for-Nature.webnode.com

Ende des Petitionstextes


Wichtige Hinweise:

Unsere Erfahrungen mit der weltweiten Bewegung "Rechte für die Natur"

Kaum aber gibt es das Thema "Rechte für die Natur", finden sich auch schon Einzelpersonen und Gruppen, die das gute Ziel für zweifelhafte und naturschädigende Absichten sowie für kommerzielle Interessen missbrauchen. Wie auch bei manchen anderen Themen im Tier- und Naturschutz stellt die Forderung von "Rechten für die Natur" mitunter einen Deckmantel dar für geschäftliche Aktionen und kann zum Verkaufsmodell für naturbelastende Produkte und Dienstleistungen umfunktioniert werden und fungiert manchmal vor allem zum Zweck der Steuerersparnis.

Auffällig sind intransparente Spendensammelaktionen für Veranstaltungen, zu denen Mitglieder aufwendig per Flugzeug und Auto anreisen, während außerhalb der Zeiträume der Spendensammlungen kein Interesse am Schutz der Natur besteht. Manche der Engagierten leben direkt vom "Naturrechts-Tourismus", indem sie Sitzungen in aller Welt auf Kosten von Spenden besuchen. Die persönliche Anwesenheit bei solchen Versammlungen ist im Zeitalter des Internets überflüssig. Nicht nur die teuren und naturbelastenden Reisen sowie der Aufenthalt im Ausland werden durch Spenden finanziert, zugleich verdienen bestimmte Personen vermutlich sogar daran, durch abwegige Vorgehensweisen und Verzögerungen dafür zu sorgen, dass es zu keinen wesentlichen praktischen Erfolgen kommt. Dies erinnert an die Vorgehensweisen, die A. Wang als "Gegnerische Umleitungsstrategien" bezeichnete, und die im Buch "Leben- ohne Tiere und Pflanzen zu verletzen oder zu töten" (1998) beschrieben sind.

An der Realisierung von Rechten der Natur sind kommerziell orientierte Organisationen und Privatpersonen, die dieses Ziel als Einkommensquelle entdeckt haben, nur selten interessiert, denn mit der Verwirklichung würde sich ihr Geschäftsmodell erledigen.

Der Missbrauch der überaus wichtigen Aufgabe der Bewahrung der Natur ist besonders perfide, denn die Schädigung der Natur trifft alle Lebewesen. Jedes andere Thema verliert seine Bedeutung, wenn die Grundlage des Lebens zerstört wird. Aus diesem Grunde haben wir uns zu diesem Artikel entschlossen.

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